Kambodscha
„Same same, but different“ – so heißt der neue Film von Detlev Buck; die dramatische Geschichte eines deutschen Abiturienten, der sich in eine kambodschanische, aidskranke Prostituierte verliebt. Derzeit lenkt der nicht unumstrittene, aber erfolgreiche Kinofilm das Interesse in Deutschland auf ein kleines Land in Südostasien: Kambodscha. So ist es wahrscheinlich, dass die guten Besucherzahlen des Films mittelfristig auch zu steigenden Besuchererzahlen Kambodschas führen werden.

Folgen des Bürgerkrieges noch spürbar
Noch sind heutzutage die Folgen des Bürgerkriegs spürbar, der Kambodscha drei Jahrzehnte lang fest im Würge-Griff hielt. Lange Zeit war das Land international so fast vollkommen isoliert. Insgesamt kostete das jahrelange Blutvergießen mehr als eine Million Menschen das Leben. Weite Teile Kambodschas sind noch immer vermint; jedes Jahr sterben bis zu 7000 Personen an Landminen, von denen nirgendwo auf der Erde so viele vergraben liegen, wie in Kambodscha.
Das Land gilt als eines der ärmsten der Erde, öffentliche Sicherheit ist nicht immer und überall gewährleistet. Die Herstellung und der Handel mit Drogen boomen. Nirgendwo sind synthetische Drogen so billig wie in Kambodscha, für Einheimische kostet das Gramm „Speed“ gerade einmal 10 €-Cent.
So ist Kambodscha, im Gegensatz zu seinen Nachbarländern Vietnam, Laos und Thailand, für den normalen Individual- und Pauschaltourismus noch recht wenig erschlossen. Ausnahmen bilden die Tempelanlagen des UNESCO-Weltkulturerbes Angkor Wat und die Hauptstadt Phnom Penh.

Dieses wundervolle Foto vom Angkor Wat Komplex stammt von tylerdurden1
Touristisches Potential ausbaubar
Trotzdem sind in Kambodscha die Voraussetzungen für einen touristischen Aufstieg eigentlich günstig. Es herrschen ähnlich gute Bedingungen wie in den touristisch schon weit entwickelten, südostasiatischen Nachbarstaaten. Wegen des niedrigen Entwicklungsstands des Landes sind die Preise in Kambodscha, vor allem abseits der touristischen Pfade, sehr niedrig und ermöglichen kostengünstiges Reisen.
Schon heute ist ein Flug nach Kambodscha, dank des schon lange gut besuchten Angkor Wat, das zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, nicht mehr übermäßig teuer. Auch ein Visum für Kambodscha ist in einer kambodschanischen Botschaft oder direkt an der Grenze für nur 20 Dollar erhältlich. Das Wetter ist typisch für die Region: sonnig und warm.
Kambodscha - „Abenteuerurlaub für den Backpacker mit Herz“
Das Fehlen einer massentouristischen Infrastruktur bietet zudem ganz neue Perspektiven für den „Backpacker mit Abenteuerherz“. In keinem anderen Land Südostasiens kann sich dieser bei seiner Rundreise so ungehindert „ausleben“ wie in Kambodscha: Nicht nur kann man in keinem anderen, südostasiatischen Land mehr ursprünglich gebliebene Landschaften entdecken, die noch nie ein Tourist vorher gesehen hat. Beim „echten Abenteuerurlaub“ in Kambodscha lässt sich darüberhinaus beispielsweise das gesamte russische Waffenarsenal austesten, abgesehen vielleicht von einem Panzer.